Volkskrankheit chronische Verstopfung (Teil 2)

 

So machen Sie Ihren Darm fit

Folgende Maßnahmen sind erfahrungsgemäß geeignet, Verstopfung oder Verstopfungsneigung zu beheben:

  • Achten Sie bei Ihrer Ernährung auf faserstoffreiche Kost, vor allem mit Gemüse, und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Da die Leber nachts neue Enzyme produzieren muss, ist es ungünstig, spät abends zu essen. Auch die Organe wollen in der Nacht ausruhen. Das spät eingenommene Essen bleibt länger im Verdauungstrakt und man hat morgens keinen rechten Appetit auf ein Frühstück.
  • Lassen Sie sich Zeit auf der Toilette. Befreien Sie sich vom Zwang der täglichen Stuhlentleerung. Erfolgsdruck ist der Feind guter Verdauung.
  • Unterdrücken Sie den Stuhldrang nicht, auch wenn er spontan auftritt.
  • Trinken Sie morgens nach dem Aufstehen ein Glas sehr warmes Wasser.
  • Trinken Sie vor dem Frühstück ein Glas Sauerkraut-Saft. Empfehlenswert bei Hitze-Verstopfung.
  • Weichen Sie abends 5 Dörrzwetschgen in 1 Liter lauwarmem Wasser ein. Am nächsten Morgen trinken Sie das Wasser und kauen dann die Früchte intensiv.
  • Essen Sie vor jeder Mahlzeit drei Gabeln rohes Sauerkraut.
  • Trinken Sie vor dem Essen ein Glas lauwarmes Wasser, in das Sie einen großen Schluck Rettichsaft gegeben haben. Geeignet bei Hitze-Verstopfung.
  • Nutzen Sie Quellmittel, die im engeren Sinne keine Abführmittel sind. Zu ihnen zählen außer Lein- und Flohsamen noch Weizenkleie, Agar-Agar und Senfkörner.

Diese Mittel können überall dort angewendet werden, wo stark abführende Kräuter kontraindiziert sind sowie in chronischen Fällen. Dies betrifft Blut-und Qi-Mangel, chronische Erkrankungen mit Auszehrung der Körperflüssigkeiten, häufig bei alten Menschen.

So wird es gemacht: Kochen Sie 2-3 EL ganze Leinsamen (Reformhaus oder Drogerie) in ½ l Wasser 10 Minuten lang und lassen sie weitere 20 Minuten quellen und abkühlen. Dieses Gel nehmen Sie über den Tag verteilt wahlweise in heißen Getränken, Suppen, warmen Speisen ein. Die Verdauungswirkung wird erheblich verstärkt, wenn die Samen gut gekaut werden.

  • Hilfreich sind Entspannungsübungen, Meditation, Qigong, Yoga oder Autogenes Training. Jegliche Form der körperlichen Bewegung begünstigt die Darmtätigkeit, insbesondere Wandern, Laufen, Spielsportarten, Schwimmen und Gymnastik.
  • Massieren Sie Ihren Bauch nach jedem Essen, indem Sie am rechten Unterbauch beginnen und mit festen kreisenden massierenden Bewegungen im Uhrzeigersinn über den gesamten Bauch fünf Minuten lang massieren. Das bringt Dünndarm und Dickdarm in Schwung, so dass die "Sitzung" bald wieder klappt - ohne Medikamente und Nebenwirkungen!
  • Zur Anregung der Peristaltik eignen sich Kniegüsse, kalte Fuß- und Halbbäder und kalte Bauchwaschungen (3 Minuten).
  • Legen Sie sich zwei- bis dreimal am Tag eine Wärmflasche auf den Bauch. Gut bei Mangel- und Kälte-Verstopfung.
  • Bei spastischer Obstipation können intensive Wärmeanwendungen wie ein- bis zweimal täglich ansteigende Sitzbäder (20-30 Minuten) und heiße Auflagen auf dem linken Unterbauch hilfreich sein.
  • Legen Sie sich auf den Rücken. Stützen Sie die Hände in die Hüften, strecken Sie die Beine hoch und machen Sie einige Minuten lang Radfahr-Bewegungen in der Luft.