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Generation Zappelphilipp? - ADHS bei Kindern und Jugendlichen im Vormarsch

  • Posted on:  Mittwoch, 27 Februar 2013 14:04
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Generation Zappelphilipp? - ADHS bei Kindern und Jugendlichen im Vormarsch

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die laut ärztlicher Diagnose in Deutschland unter ADHS leiden, in den vergangenen Jahren um 42 Prozent gestiegen.

Unter ADHS versteht man eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung („Hans-Guck-in-die-Luft“) und ein Hyperaktivitätssyndrom (Zappelphilipp). Diese, im Kindesalter beginnende Störung, zeigt sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. ADHS zugeordnete Symptome zeigen sich schätzungsweise bei 3–10 % aller Kinder.

In Deutschland wurde 2011 ADHS bei rund 620.000 Kindern und Jugendlichen bis 19 Jahre festgestellt. Von diesem so genannten Zappelphilipp-Syndrom waren 472.000 Jungen und 149.000 Mädchen betroffen, so der Arztreport 2013 der Barmer GEK.

Einige der für ADHS typischen Verhaltensweisen sind im 1845 erschienenen “Struwwelpeter” beschrieben: Zappel-Philipp und Hanns-Guck-in-die-Luft. Sein Autor Heinrich Hoffmann betrachtete diese Phänomene jedoch als Erziehungsprobleme und nicht als Krankheit. Und das ist auch ein Problem. Denn möglicherweise versucht man verhaltensauffällige Kinder mit Medikamenten zu “erziehen”. So bekamen rund sieben Prozent der Jungen und zwei Prozent der Mädchen im Alter von elf Jahren das Medikament Ritalin® verordnet.

Aus Sicht der Schulmedizin liegt dem ADH-Syndrom ein Mangel des körpereigenen Botenstoffs Dopamin zu Grunde. Therapeutisch wird - häufig mit gutem Erfolg - Ritalin® eingesetzt.

Wächst in Deutschland eine "Generation ADHS" heran, wie die Barmer GEK befürchtet? Deren stellvertretender Vorstandsvorsitzender Rolf-Ulrich Schlenker sieht die Entwicklung mit Sorge: "Dieser Anstieg erscheint inflationär. Wir müssen aufpassen, dass die ADHS-Diagnostik nicht aus dem Ruder läuft und wir eine ADHS-Generation fabrizieren". Schlenker forderte: „Ritalin® darf nicht per se das Mittel der ersten Wahl sein“. 

Kritiker geben zu bedenken, dass mit Medikamenten Symptome behandelt werden, aber keine Ursachen in Ordnung gebracht werden können. “Im Falle von Ritalin® wird die Person einfach bewegungsärmer gemacht und ein bisschen betäubt (warum sonst sollte Ritalin® unter das Betäubungsmittelgesetz fallen?). Die eigentliche Ursache der Probleme bleibt bestehen.” (http://www.ritalin-kritik.de/)

Möglichkeiten der Behandlung mit (Laser-) Akupunktur

Die TCM hat bei ADHS eine andere Sichtweise als die Schulmedizin. Die ganzheitliche chinesische Betrachtungsweise beschreibt das ADHS als eine Dysbalance zwischen den beiden Energien Yin und Yang. Durch ein Überwiegen der Yang-Energie besonders im Herzen kommt es zu einem Energieüberschuss mit Konzentrationsschwächen und Unruhe. Grob lässt sich im Sinne der TCM diagnostisch umreißen, dass es sich bei Konzentrationsstörungen mit überwiegender Verträumtheit häufig um Herz- und Nieren-Qi-Mangel, bei Vergesslichkeit um Herz-Blut-Mangel, bei Trägheit und Einschlafstörungen um Milz-Qi-Mangel (Pi Qi Xu) handelt.

Akupunktur, Nahrungsergänzungsmittel, bestimmte Vitamine und Kräutertherapie können dazu beitragen, dass Yin und Yang wieder ausgeglichen werden.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) verzeichnet bei Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen (ADHS) erhebliche Erfolge. Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen beweisen die hervorragende Wirksamkeit nadelfreier Akupunktur-Methoden mit Laser oder Elektro-Impulsen. Sie stellen eine weitere risikoarme und weitgehend nebenwirkungsfreie Behandlungsform dar, mit der viele Medikamente eingespart werden können.

Michael Weber, engagierter Kinderarzt in Recklinghausen, stellt Behandlungskonzepte für TherapeutInnen in der August-Brodde-Schule anhand von vielen Beispielen aus seiner Praxis vor. Er ergänzt seine Behandlungen mit Empfehlungen zur Lebensführung und Ernährung. Außerdem werden westliche und vor allem chinesische Kräuter vorgestellt, für die er einfache Rezepturen empfiehlt, die TherapeutInnen ebenfalls in der Praxis einsetzen können.

„Ich bin vom Wert der TCM und dem ungeheuren Nutzen besonders für Kinder überzeugt,“ unterstreicht der erfahrene Kinderarzt. 

Gelesen 3204 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 28 November 2013 11:05
Helmut Magel

Jahrgang 1946, Heilpraktiker, Lehre, Grafik-Design- und Lehramts-Studium, Ausbildungen in TCM, Kalligraphie und Qi Gong in Deutschland, seit 1990 eigene TCM-Praxis; 1995 bis 2001 Redakteur der TCM-Beiträge der AGTCM in der “Volksheilkunde”, Fortbildungen in TCM bei B. Kirschbaum, für westliche Kräuter bei F. Ramakers, J. Ross und E. Mosheim-Heinrich, Dozent seit 1996, seit 1999 Leitung der August-Brodde-Schule, Autor zahlreicher Fachartikel zur Chinesischen Medizin.

Webseite: www.helmut-magel.de
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