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Männer? Krank? Nie – oder?

  • Posted on:  Montag, 25 Februar 2013 15:09
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Männer? Krank? Nie – oder?

“Viele Männer beschäftigen sich im Alltag kaum mit dem Thema Gesundheit. Sie achten weniger auf das eigene körperliche und seelische Wohlbefinden und leben ungesünder als Frauen,” heißt es in der Pressemitteilung zu dem Kongress. Dort ging es um die Fragen:

  • Wie kommt es dazu, dass Männer seltener Angebote zur Vorbeugung von Krankheiten oder Gesundheitsförderung wahrnehmen?
  • Welche Herausforderungen stellt das Thema Männergesundheit an die Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung?
  • Wie können Zugangswege und Gesundheitskonzepte für Männer aussehen, mit denen sie auch erreicht werden?

Wenn Männer mit ihren Autos so umgingen wie mit ihrem Körper, gäbe es weniger Verkehr auf den Straßen. Inspektion und Instandhaltung sind Fremdworte. Erst ab 50 bemerken viele Männer, dass unterhalb des Kopfes irgendetwas mal überholungsbedürftig oder gar reparaturanfällig sein könnte.

Fakt ist: Männer sterben statistisch 5 Jahre früher als Frauen, sie rauchen mehr als diese, trinken mehr Alkohol, zeigen oft ein problematisches Essverhalten, sind stärker an Straßenverkehrsunfällen beteiligt, neigen zu problematischem und pathologischem Glücksspiel, sind nicht immun gegen Ausübung physischer Gewalt. Diese Eigenschaften passen irgendwie in das traditionelle Bild vom “starken Mann”, das es aber offiziell nicht mehr gibt: männlich, trinkfest, Fleischesser, Durchsetzungsvermögen, Risikobereitschaft, stark…

Gesellschaftlich korrekt ist dagegen ein anderes propagiertes Männerbild, das des aufgeklärten, toleranten, verständnis- und verantwortungsvollen, kommunikativen Mannes.

Der Hauptdarsteller des Stückes “Der Mann von heute” macht jedoch einen konfusen Eindruck. Er schwankt zwischen beiden Rollen. Insgeheim wirkt die Neigung zum traditionellen Männerbild, nach außen wird jedoch das des aufgeklärten und aggressionsfreien Mannes verlangt. Zwei Regieanweisungen zur gleichen Zeit: Komödie oder Tragödie?

Was die Gesundheit und die eigen Sorge um die Gesundheit beim Mann angeht, entwickelt sich das Stück eher zur Tragödie. Gab das Bundesgesundheitsministerium jährlich einen Frauengesundheitsbericht heraus, so dauerte es einige Zeit bis kürzlich der “Erste deutsche Männergesundheitsbericht” erschien. Er kommt zu folgendem Fazit:

“Es ist das Ziel der Männergesundheitsdiskussion, ein zeitgemäßes Männerbild zu entwickeln. Dabei geht es um vielfältige Fragestellungen hinsichtlich der Gesundheitsrisiken des Alternden Mannes: Stress, Arbeit, Gewalterfahrungen, Ernährung, Rauchen, Alkohol, männerspezifisches Burn-out u.a., aber auch um die Herausstellung positiver Aspekte des Älterwerdens. Funktionierende Partnerschaften, Männerfreundschaften und Themen wie „Weisheit“ spielen dabei eine Rolle. Die Zukunft wird zeigen, ob den „beratungsresistenten Gesundheitsidioten“ noch zu helfen ist.” (http://www.maennergesundheitsbericht.de/startseite.html)

Männerkrankheiten wie Genitalleiden und Potenzschwäche werden in unserer Gesellschaft als peinlich empfunden und weitgehend tabuisiert. Der Mann fürchtet um seine Würde. Unterziehen sich rund die Hälfte aller Frauen regelmäßig der Krebsvorsorge, nehmen daran nur grade mal 15 % der Männer teil. Die Gesellschaft geht höchst unterschiedlich mit

Männer- und Frauenkrankheiten um. Während Frauenkrankheiten gut erforscht und kommuniziert werden, werden Männerkrankheiten eher klein geschrieben. Zur Behandlung von Erkrankungen und Beschwerden, die spezifisch bei Männern auftreten (Andrologie), bietet die chinesische Medizin vielfältige Möglichkeiten mit Kräutermedizin und Akupunktur. Lesen Sie dazu: 

Naturheilkunde ist nicht nur Frauensache! (von Andreas Kalg)

Die Behandlung von Männerleiden mit ganzheitlichem Ansatz:

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, dass die Hilfesuchenden in naturheilkundlichen Praxen zum überwiegenden Teil Frauen sind. Auch in allgemeinärztlichen Praxen lässt sich solch ein Trend beobachten. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Werden Männer seltener krank? Ist das „starke Geschlecht“ immun gegen viele Leiden? 

Zwar gibt es bei bestimmten Krankheiten ein gehäuftes Auftreten bei dem einen oder anderen Geschlecht, aber grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Probleme bei beiden Geschlechtern gleich hoch. Es ist wohl eher so, dass Frauen sich mehr um ihren Körper kümmern, etwas hellhöriger dafür sind, was ihr Körper ihnen zu sagen hat. Männer neigen eher dazu, erste Anzeichen von Erkrankungen zu übersehen oder zu unterdrücken. Mann muss eben „seinen Mann stehen“ und lässt sich davon nicht durch „Wehwehchen“ abhalten. Lieber beißt Mann die Zähne zusammen und hält durch „bis zum Umfallen“. Deswegen verschleppen Männer mitunter akute Erkrankungen, was den Grundstein für chronische Leiden legen kann. Auch laufen die Männer so Gefahr, dass schwere Erkrankungen, wie z.B. Krebs, erst sehr spät erkannt und somit nicht frühzeitig therapiert werden können. Also kann man den Männern in ihrem eigenen Interesse und im Interesse ihrer Familien nur raten, gesundheitliche Probleme nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Darüber hinaus gibt es auch spezielle Männerleiden wie chronische Prostataleiden, die Wechseljahre des Mannes, Potenzstörungen oder Verminderung der Samenqualität, welche die Ursache von ungewollter Kinderlosigkeit sein kann. Gerade bei diesen meist funktionellen Störungen bietet die Naturheilkunde ein breites Spektrum an effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann die Qualität der Samenzellen mit chinesischen Kräutertees deutlich verbessert werden. Überraschend viele Männer im zeugungsfähigen Alter weisen heutzutage erhebliche Defizite in der Spermaanalyse auf: Entweder ist die Anzahl ihrer Spermien zu gering oder sie sind nicht beweglich genug oder deformiert. Eine typische Diagnose nach einem Spermiogramm ist z.B. das „AOT-Syndrom, bei dem diese drei Probleme gleichzeitig auftreten. Wenn also der Kinderwunsch eines Paares über längere Zeit hinweg unerfüllt bleiben, sollte sich nicht nur die Frau untersuchen lassen, sondern auch der Mann!

Auch bei dem heiklen Thema der Potenzstörungen hat die Ganzheitsmedizin mehr zu bieten als gewisse blaue Pillen, die eine Schwäche in diesem Bereich nur vorübergehend auszugleichen vermögen. Wesentlich nachhaltiger – und nebenwirkungsfrei – kann man Potenzstörungen mit chinesischer Medizin (TCM), Akupunktur oder Homöopathie behandeln. Zwar tritt die Wirkung dieser Methoden relativ langsam ein – man muss sie über mehrere Wochen anwenden – doch bieten sie mehr als nur eine momentane Unterstützung. Der ganze Körper wird dadurch wieder gekräftigt und ins Gleichgewicht gebracht.

Es gibt also auch gute Gründe für Männer, den Schritt in die naturheilkundliche Praxis zu wagen. Ist er aus ganzheitlicher Perspektive wieder „auf Vordermann gebracht“ worden, kann er um so besser seinen Mann stehen – in jeder Beziehung.

Gelesen 2438 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 28 November 2013 11:08
Helmut Magel

Jahrgang 1946, Heilpraktiker, Lehre, Grafik-Design- und Lehramts-Studium, Ausbildungen in TCM, Kalligraphie und Qi Gong in Deutschland, seit 1990 eigene TCM-Praxis; 1995 bis 2001 Redakteur der TCM-Beiträge der AGTCM in der “Volksheilkunde”, Fortbildungen in TCM bei B. Kirschbaum, für westliche Kräuter bei F. Ramakers, J. Ross und E. Mosheim-Heinrich, Dozent seit 1996, seit 1999 Leitung der August-Brodde-Schule, Autor zahlreicher Fachartikel zur Chinesischen Medizin.

Webseite: www.helmut-magel.de
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