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Erntedankfest

  • Posted on:  Samstag, 06 Oktober 2012 00:00
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Erntedankfest

Essen und Trinken halten Leib und Leben zusammen. Woher das, was wir täglich zu uns nehmen, alles kommt und wann es geerntet wird, ist uns heute oft nicht mehr bewusst. Den Wechsel von Saat und Ernte nehmen wir heute weniger wahr als die Menschen früher.

Ernte teilen im Weltdorf

Und doch lohnt es sich, im Angesicht der Globalisierung inne zu halten und Gott, den Göttern, dem Dao oder ganz einfach dem natürlichen Kreislauf der Natur zu danken für die Ernte. Eine gute Ernte sicherte früher das Überleben der Familie während des Winters - eine schlechte Ernte konnte den Tod bedeuten. Angesichts von Umweltkatastrophen nehmen wir über die Preisentwicklung von Brot und Getreide wahr, ob es in diesem Jahr eine gute oder schlechte Ernte gegeben hat.

Unsere als sicher geglaubte Nahrungs- und Energieversorgung wird langfristig durch die Klimaveränderungen und die damit möglicherweise zusammenhängenden Naturkatastrophen wieder in Frage gestellt.

Klimatisch war das zu zwei Drittel abgelaufene Tiger-Jahr ein Jahr der Achterbahn: hier Überschwemmungen durch andauernd starken Regen, dort wochenlange Flächenbrände durch andauernde Dürre. Da die Weltbevölkerung immer mehr zusammenwächst, rückt beim “Ernte-Dank” mehr das “Teilen” der Ernte in den Vordergrund. Viele kirchliche Gemeinden gedenken an diesem Tag der hungernden Teile der Weltbevölkerung und sammeln für "Brot für die Welt" oder ähnliche Organisationen.

Anpassung an den energetischen Kreislauf

Vom chinesischen Kaiser des Altertums wird überliefert, dass er zum Herbstbeginn das neu geerntete Korn kostete, nachdem er zuvor im Ahnentempel geopfert hatte. Das Opfer diente dem Dank an die Ahnen und sollte sie gnädig stimmen für ein ertragreiches kommendes Jahr.

Ein Ernte(dank)fest ist in allen Kulturen und Religionsgemeinschaften dieser Welt bekannt. Das Brauchtum in den verschiedenen Regionen und Ländern ist unterschiedlich, eines aber ist überall gleich: Die Menschen bedanken sich für die Erde und die Fülle an Früchten und Nahrungsmitteln.
Der Dank der Menschen gilt Gott als dem Schöpfer, den für Ernte und Fruchtbarkeit zuständigen Göttern oder Ahnen oder der Natur selbst.

Die Chinesische Medizin geht davon aus, dass die Lebensenergie Qi unaufhörlich fließt und ständig wandelt. Der energetische Austausch zwischen Himmel und Erde, zwischen Yin und Yang, zeigt sich in den Jahreszeiten und im Wechsel von Tag und Nacht. Davon wird die Energie, die in jedem von uns fließt, direkt beeinflusst. Während sich unser Qi tagsüber aktiv ausdehnt und uns alle Aktivitäten ermöglicht, zieht es sich nachts ins Innere zurück, um sich zu regenerieren.

Ähnlich verhält es sich mit den Jahreszeiten. Im Herbst stirbt ein Teil der Natur ab, ein anderer Teil zieht sich zurück zum Überwintern. Der Rückzug und die Besinnung auf sich selbst, oft gepaart mit dem Gefühl von Abschied angesichts der welken Blüten und Blätter, gehört in diese Jahreszeit. Für die Gesundheit heißt das, der Ruhe und dem Nachdenken mehr Raum zu geben. Auch das ist gehört zur vielbeschworenen “Stärkung des Immunsystems”.

Gelesen 2000 mal Letzte Änderung am Freitag, 29 November 2013 00:04
Helmut Magel

Jahrgang 1946, Heilpraktiker, Lehre, Grafik-Design- und Lehramts-Studium, Ausbildungen in TCM, Kalligraphie und Qi Gong in Deutschland, seit 1990 eigene TCM-Praxis; 1995 bis 2001 Redakteur der TCM-Beiträge der AGTCM in der “Volksheilkunde”, Fortbildungen in TCM bei B. Kirschbaum, für westliche Kräuter bei F. Ramakers, J. Ross und E. Mosheim-Heinrich, Dozent seit 1996, seit 1999 Leitung der August-Brodde-Schule, Autor zahlreicher Fachartikel zur Chinesischen Medizin.

Webseite: www.helmut-magel.de
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