Wie schmeckt der Sommer?
Schweizer Wetterpropheten ziehen ihre Weisheit aus der Natur. Wie wird das Wetter morgen? Gibt es einen trockenen oder einen feuchten Sommer? Antworten darauf gibt uns im allgemeinen die inzwischen hochwissenschaftliche Wetterforschung der Meteorologen. Die Prognosen der modernen „Wetterfrösche“ werden über Zeitung, Radio und Fernsehen verbreitet, wie wir alle wissen, mal mit mehr, mal mit weniger guter Treffsicherheit.
Anders ist es in der Schweiz: Sechs Urgesteine sagen dort das Wetter auf ungewöhnliche Art und Weise voraus, sie sind dort eine völlig andere, jedoch voll etablierte Instanz: Die „Innerschwyzer Wetterschmöcker“ können anhand von Objekten und Vorgängen in der Natur Monate im Voraus sagen, wie sich das Wetter und die Jahreszeiten entwickeln. Die urigen Schweizer schöpfen aus Erfahrungen und Beobachtungen, die teilweise seit Generationen vererbt wurden – und ihre Trefferquote liegt bei 99 Prozent!
Ihre Methoden muten seltsam an, lassen uns schmunzeln – und zugegebenermaßen erst einmal zweifeln: Der eine Wetterprophet sägt einen Baumstumpf an und schmeckt und riecht die Sägespäne, ein zweiter isst Schnee (schmeckt er süß oder muffig?), ein dritter schnuppert an Mausehöhlen. Martin Horat schaut, auf einem Ameisenhaufen sitzend, den Tieren tief in die Augen und erklärte im ZDF-„Auslandsjournal“: „Die Ameisen verdrehen die Augen und schielen. Das ist ein Zeichen dafür, dass es in den nächsten Tagen noch kein gutes Wetter gibt.“ Beißen sie ihn, wird das Wetter freundlich... was wir uns alle wünschen.
Christian von Rechenberg berichtete über die faszinierenden Wetterbeobachter im „Auslandsjournal“ vom 20.06.2012 im ZDF.
Birgit Brokamp Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
20 Jahre Redakteurin von "Der Heilpraktiker", Fachzeitschrift für Naturheilkunde, Fachjournalistin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Soziologin (M.A.), geboren in Warendorf, wohnhaft in Münster
