Wir begrüßen Sie auf dem Portal für Chinesische Medizin (TCM)
„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts,“ schrieb der Philosoph Artur Schopenhauer. Um diese zu erhalten oder wieder herzustellen, finden Sie hier Informationen und Gesundheitstipps, was Sie selbst dafür tun können. Die Chinesische Medizin (TCM) kann Ihnen wertvolle Hilfe leisten.
Eins sollte jedoch klar sein: NUR Gesundheit gibt es nicht. Zur Gesundheit gehört auch das Kranksein. Zu wünschen ist, dass sich die Gesundheit immer wieder durchsetzt, vorausgesetzt, dass Krankheiten auskuriert werden. Einmal auf, einmal ab. Das gesunde Leben ist ein maßvolles Leben, das Ausschläge in die eine oder andere Richtung zulässt, aber immer wieder zur Mitte zurückkommt.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Spaß und gute Anregungen auf unserem Portal für Chinesische Medizin (TCM), Akupunktur und Gesundheit.
Sind Sie TCM-Therapeut? Dann setzen Sie Termine um die Mittagszeit aus und legen Sie sich selbst auf die Liege in Ihrem Praxisraum. Zehn bis zwanzig Minuten schlafen gilt als optimal. Wenn man länger schläft, bringt man die innere Uhr durcheinander.
Brot – im Prinzip spricht nichts dagegen

Der überwiegende Teil des heutigen Brotangebotes wird mit industriell hergestellten Fertigmischungen und chemischen Backhilfsmitteln gebacken. Aber darf man deshalb als Gesundheitsbewusster kein Brot essen? Ist denn Brot nicht auch eine Form von Getreide?
Tatsächlich liefert die im Brot enthaltene Stärke Qi, Lebensenergie. Sein Eiweiß unterstützt die Blutbildung. Eine gehörige Portion Ballaststoffe sowie Mineralstoffe und Spurenelemente machen das Brot zu einem wertvollen und nachhaltigen Energielieferanten. Brot ist also nicht ungesund?
"Unser täglich Brot gib uns heute"
Das „täglich Brot“ hat in unserer abendländischen christlichen Kultur einen hohen Wert: Ist es doch für die Bevölkerung Europas seit Jahrhunderten ein Hauptnahrungsmittel. Kein Wunder, dass die Bitte um das tägliche Brot auch in die Gebete eingeschlossen wurde, und dass das Brot mit Abendmahl und Kommunion Bestandteil der religiösen Riten wurde.
Vielleicht kennen einige von Ihnen noch Zeiten, in denen man nach Brot Schlange stehen musste. So kostbar war uns das Brot. Nun sind diese Zeiten des Mangels glücklicherweise vorbei, aber wichtig ist das Brot immer noch für uns.
Ob es sich um Weißbrot oder Vollkornbrot, um Schwarzbrot oder Mischbrot handelt - Brot ist als Grundnahrungsmittel aus unserem Speiseplan nicht wegzudenken. Und das seit den Ägyptern über das Mittelalter bis heute.
Und ob als Brei gekocht oder zu Brot gebacken: In beiden Fällen ist Getreide das Ausgangsmaterial. Es wird in der Mühle zu Schrot oder Mehl gemahlen.
Chinesische Medizin: Es muss nicht immer nur Reis sein...
Nach der Chinesischen Medizin lassen sich die Wirkeigenschaften der drei wichtigsten Brot Getreidearten folgendermaßen beschreiben:
- Dinkel ist warm und süß, stärkt das Qi der Mitte und nährt gleichermaßen die Säfte und den strukturellen, materiellen Aspekt des Körpers.
- Roggen ist neutral, süß und etwas bitter, baut das Qi der Mitte und Substanz auf, löst Stagnation und unterstützt Nägel-, Haare-, Knochen-Bildung.
- Weizen ist kühl und süß, stärkt die Mitte und hat eine beruhigende und kühlende Wirkung auf die Wasser-Feuer-Achse. Dies gilt allerdings nur eingeschränkt für Weizen-Auszugs-Mehl.
Die genannten Eigenschaften gehen im Brot auf, soweit das Mehl vollwertig ist. Keimling, Schale und Mehlkörper bleiben darin erhalten.
Sauerteigbrot hat zusätzlich einen säuerlichen Geschmack, der auf eine Säfte ergänzende Wirkung hinweist.
Gut verträglich und die Yin- und Yang-Wurzel gleichermaßen stärkend ist Dinkelbrot mit einem Anteil Roggen.
Der Stein der Weisen im Brot
Entscheidend für solch ein Brot ist die Alchemie seiner Herstellung: Eine kleine Menge Sauerteig als Start-Ferment wirkt beim Brotbacken wie der Stein der Weisen. Das Ferment macht mit seiner dynamischen Gärkraft und sanften Hitze kein Gold, aber etwas viel wertvolleres - ein nährendes Brot.
In diesem Prozess werden die Nährstoffe im Teig freigesetzt, aufgeschlossen und für den Organismus aufnahmefähig gemacht. Vorausgesetzt, der Bäcker lässt den Teig mindestens 8 Stunden Zeit zum Gehen, zum Atmen. Er muss auch noch kräftig kneten.
Sie merken schon, dieses Gold bietet Ihnen die wohlfeile Schnellbäckerei um die Ecke nicht. Was ist mit all den Industrieprodukten heute? Kann man da überhaupt noch davon sprechen, dass Brot gesund ist?
Ein Brot ist nur so gut wie das Mehl, aus dem es gebacken ist. Schon früher sagte man: "Das Beste in der Mühle ist, dass die Säcke nicht reden können." Also, mit anderen Worten: Niemand wußte wirklich, ob gutes oder schlechtes Mehl drin ist. Entsprechend brachte man dem Müller, der das Getreide mahlt, und dem Bäcker wenig Vertrauen entgegen. „Müller und Bäcker stehlen nicht, man bringt es ihnen“, hieß es.
Und heute? Heute gesellt sich da noch die Chemie-Industrie dazu. Alles muss bei der Brotherstellung schnell gehen und darf nicht viel kosten. Also greift man zu chemischen Hilfsmitteln, um die Gär- und Backzeiten turbomäßig zu verringern. Das heißt dann "Frische".
Vollkornbrot gegen Industrieware
Bei über 300 verschiedenen Brotsorten, die in Deutschland angeboten werden, mit oft irreführenden Bezeichnungen, dürfen wir getrost misstrauisch sein. Ein „Reinheitsgebot“ wie bei dem flüssigen Getreideprodukt Bier gibt es beim Brot nicht. Nur die Öko-Bäckerein müssen sich an klare Backrichtlinien halten. Als Vollkornbrot dürfen nur Brote bezeichnet werden, die mindestens 90 Prozent Vollkornmehl oder -schrot aufweisen.
Der überwiegende Teil des heutigen Brotangebotes wird allerdings unter Verwendung von industriell hergestellten Fertigmischungen und chemischen Backhilfsmitteln, dem so genannten Kunstsauer, gebacken. Aber muss man deshalb das Brot an sich ablehnen?
Grundsätzlich gilt: Nicht jedes Nahrungsmittel ist für jeden geeignet, schon gar nicht in großen Mengen. Das gilt auch für das Brot. Finden Sie heraus, welche Brotsorte für Sie am bekömmlichsten ist. Wenn Sie keine groben Körner vertragen, fragen Sie am besten nach fein gemahlenem Vollkornbrot. Lassen Sie frisches Brot zwei Tage liegen. Vollwertbrot hält sich sowieso lange. Kauen Sie gut und essen Sie langsam, denn die Verdauung beginnt bereits im Mund. Brot lässt sich auch gut toasten, wird dann knackiger und zerspringt zwischen den Zähnen.
Dies für diejenigen, deren Funktionskreis „Mitte“ schwächelt. Zur „Mitte“ gehören in der Chinesischen Medizin die Funktionskreise Milz und Magen. Sie sind für die Umwandlung und den Transport der festen und flüssigen Nahrung im Organismus zuständig. Sprachlich stammt „Milz“ aus dem indoeuropäischen und bedeutete „Mühle“, „Mahlen“. Vollwertiges, egal ob Roggen, Weizen oder Reis, muss vom Funktionskreis Milz noch einmal besonders „vermahlen“ werden.
Aber keine Sorge, wessen „Mitte“ nicht stark genug ist, um vollwertiges Getreide zu vermahlen, muss nicht auf Brot verzichten. Eine breite Auswahl an schonenderen, leicht verträglichen Bio-Broten sorgt dafür.
Fazit: Auch im Rahmen der Chinesischen Medizin ist Brot ein wertvolles Grundnahrungsmittel. Angenehme Brotzeit!
Helmut Magel www.helmut-magel.de
Jahrgang 1946, Heilpraktiker, Lehre, Grafik-Design- und Lehramts-Studium, Ausbildungen in TCM, Kalligraphie und Qi Gong in Deutschland, seit 1990 eigene TCM-Praxis; 1995 bis 2001 Redakteur der TCM-Beiträge der AGTCM in der “Volksheilkunde”, Fortbildungen in TCM bei B. Kirschbaum, für westliche Kräuter bei F. Ramakers, J. Ross und E. Mosheim-Heinrich, Dozent seit 1996, seit 1999 Leitung der August-Brodde-Schule, Autor zahlreicher Fachartikel zur Chinesischen Medizin.
"Suche nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand Deiner Tätigkeiten."
(Friedrich Schiller)
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