Kopfschmerzen und was Sie dagegen tun können
Gehören auch Sie zu den über 50 Millionen Deutschen, die an Kopfschmerzen leiden? Dumpfer Druck hinter den Augen, rhythmisches Pochen in den Schläfen oder leichtes Hämmern unter der Schädeldecke reicht schon, um einen ganzen Tag zu verderben. Kopfschmerzen sind ein Zeichen dafür, dass Ihr Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist und Ihre Aufmerksamkeit benötigt. Je rascher die Kopfschmerzen wieder verschwinden, desto eher finden Sie wieder zu Ihrer normalen Lebensqualität zurück. Dazu benötigen Sie keineswegs immer Kopfschmerz lindernde Tabletten. Lesen hier sechs und zwölf Möglichkeiten, um Ihre Kopfschmerzen zu bekämpfen und ihnen vorzubeugen.
Kopfschmerzen aus heiterem Himmel oder konkrete Auslöser
Manchmal befällt der Schmerz den Kopf aus heiterem Himmel und scheinbar grundlos. Manchmal kennt man die Ursache – übermäßiger Alkohol- oder Nikotingenuss am Vortag, Stress oder Überlastung, Infektionen oder Krankheiten im Bereich der Ohren oder ein Wetterumschwung.
Frauen leiden häufig im Zusammenhang mit ihrem Zyklus an Kopfschmerzen. Auch schlechte Körperhaltung, zum Beispiel bei der Arbeit am Computer, können Kopfschmerzen auslösen. Dazu zählt auch eine ungünstige Lage während des Schlafs.

Ist der Kopfschmerz da, greifen viele Betroffene zur Schmerztablette. Die helfen oder lindern oft, ändern jedoch nichts an der Ursache und können abhängig machen und Nebenwirkungen hervorrufen. Andere wenige harren tapfer aus, bis der Schmerz von allein vergeht. Zwischen dem Einwerfen von Medikamenten und Aushalten gibt es jedoch noch eine Reihe wirksamer Strategien, dem Kopfschmerz vorzubeugen oder ihn im Keim zu ersticken.
Die Chinesische Medizin führt Kopfschmerzen auf eine Blockade oder Störung der Qi- und Blut-Zirkulation in den Meridianen bzw. Leitbahnen des Kopfes zurück. Die Ursachen dafür sind vielfältig und werden zum Beispiel nach der Schmerz-Qualität, der Lokalisation und der Tageszeit des Auftretens unterschieden.
Im Zentrum der Organ-Beteiligung bei Kopfschmerzen steht die Leber und der Leber-Meridian. Die Leber ist in der Chinesischen Medizin verantwortlich für den freien und geschmeidigen Fluss der Energie. Insbesondere Stress und emotionale Anspannung führen leicht zu Blockaden und Einschnürungen des Energieflusses, was sich in Kopfschmerzen äußern kann.
Auch Feuchtigkeit, die sich im Körper ansammelt, kann zu dumpfen Kopfschmerzen führen, ebenso wie Schleim-Belastungen, die oft mit Schwindelgefühlen verbunden sind.
Was Sie tun können, wenn Sie Kopfschmerzen haben
1. So früh wie möglich darauf reagieren. Sobald Kopfschmerzen beginnen, treffen Sie Gegenmaßnahmen, bevor es schlimmer wird.
2. Legen Sie eine 10-minütige Pause ein, egal womit Sie im Moment beschäftigt sind. Ziehen Sie sich in einen ruhigen, gemütlichen und abgedunkelten Raum zurück.
3. Atmen Sie tief durch und entspannen Sie sich so gut Sie können. Setzen Sie sich an einen Tisch, stellen Sie Ihre Ellbogen auf den Tisch, die Unterarme sind senkrecht aufgerichtet, die Hände offen. Legen Sie Ihre Gesicht mit geschlossenen Augen in die offenen Handflächen.
Massieren Sie mit den Zeige- und Mittelfingern langsam mit kreisenden Bewegungen das ganze Gesicht. Fangen Sie mit der Stirn an, dann zu den Schläfen, die Augen, die Nasenscheidewände, die Wangen und den Mund bis zum Kinn.
Reiben und massieren Sie sanft Schultern, Nacken, Schläfen und Stirn, um Verspannungen zu lösen. Das reicht in der Regel schon aus, um den Schmerz zu lindern oder zu bekämpfen.
4. Reiben Sie an schmerzenden Stellen am Kopf mit leicht kreisenden Bewegungen Pfefferminzöl (10%-ig in alkoholischer Lösung) mit den Fingerspitzen ein. Das ist bei Spannungskopfschmerzen fast genau so wirksam wie Paracetamol und kann zur alleinigen Therapie empfohlen werden. Minzöl verhilft zu einem kühlenden und erfrischenden Gefühl, indem es die Kältesensoren stimuliert und die Muskulatur entspannt. Bei manchen Betroffenen hat weißes Tigerbalsam eine ähnliche Wirkung.
Auch eine Kühlpackung, die Sie auf Stirn oder Nacken legen und dabei die Augen schließen, kann bei länger anhaltenden Kopfschmerz-Attacken hilfreich sein.
5. Setzten Sie sich gerade auf den Stuhl, lassen Sie die Arme locker an den Seiten nach unten hängen, der Rücken ist gerade aufgerichtet. Beginnen Sie in dieser Position locker die Schultern zu kreisen. Zuerst mit kleinen Kreisen, dann vergrößern Sie den Radius der Kreisbewegung langsam. Nach einer Minute lassen Sie lassen Sie die Schultern in die entgegengesetzte Richtung kreisen.
6. Um die Verspannungen ganz zu lösen und somit weiteren Kopfschmerzen vorzubeugen, sollten Sie sich regelmäßig massieren lassen. Wenden Sie sich an TCM-TherapeutInnen, die Tuina-Massage anwenden und lassen Sie sich akupunktieren. Akupunktur hilft nachweislich bei Kopfschmerzen. Viele Kopfschmerz-Patienten haben dauerhafte Entlastung mit Chinesischer Medizin gefunden.
Wie Sie Kopfschmerzen vorbeugen und verhindern können
1. Halten Sie Stress so gering wie möglich und vermeiden Sie Situationen, die besondere Anspannung auslösen. Kopfschmerzen und Stress stehen in engem Zusammenhang.
2. Lassen Sie keine der drei täglichen Mahlzeiten aus, regulieren Sie Ihren Tagesablauf. Trinken Sie genügend. Hilfreich kann eine Art Stundenplan für die Woche sein. Dabei können Sie wiederkehrende Verpflichtungen, die Ihnen nicht gut tun, überdenken und eventuell aufkündigen.
3. Sorgen Sie für einen ausreichenden und erholsamen nächtlichen Schlaf. Legen Sie fest, wann Sie abends zu Bett gehen und das Licht löschen. Denken Sie an die Maxime: „Der Schlaf vor 24 Uhr zählt doppelt“.
4. Schränken Sie den Genuss von Alkohol und Nikotin ein. (Manchmal entstehen Kopfschmerzen aus dem Entzug von Koffein, wenn der Körper süchtig danach ist).

5. Erlernen Sie Entspannungsverfahren. Gut geeignet sind Qi Gong, Taijiquan oder progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Wenn Sie häufig unter Reizbarkeit leiden, dann kann Aikido besser für Sie geeignet sein. Aber auch ein flotter Spaziergang, den Sie am besten jeden Morgen nach dem Aufstehen von Ihrer Haustüre aus starten, kann sehr hilfreich sein. Planen Sie dafür 20 bis 30 Minuten ein.
Alle Entspannungsverfahren reduzieren Ihre Schmerzanfälligkeit. Sobald Sie regelmäßig üben und darin Routine gewinnen, spüren sie jegliche Anspannung sehr früh. In dem Moment können Sie durch gezielte Entspannung – was für Ihre Umgebung ganz unauffällig möglich ist – dem aufkommenden Kopfschmerz entgegenwirken.
6. Tauchen Sie zum Hals in die Badewanne voll warmem Wasser (38 Grad) ein und genießen Sie 15 bis 20 Minuten fast schwerelose Entspannung. Fichtennadel-, Kiefernnadel- oder Rosmarinöl macht Ihre Energie durchgängig und unterstützt die Entspannung und entführt Sie in den Wald oder auf eine Wiese.
7. Regelmäßige Kneipp-Anwendungen, z.B. kalte Armbäder oder Armgüsse, abwechselnd an beiden Armen, können Spannungs-Kopfschmerzen vorbeugen helfen. Bei leichten Kopfschmerzen durch Wetterfühligkeit oder bei einem Kater können Sie den Nacken abwechselnd warm und kalt duschen.
8. Einige Nahrungsmittel können bei manchen Menschen direkt Kopfschmerzen auslösen. Solche „Trigger“ enthalten „biogene Amine“. Die stecken vor allem in reifem Käse, Rotwein, Schokolade, Weizen oder Schweinefleisch. Auch der Geschmacksverstärker Glutamat zählt zu den Risikosubstanzen.
9. Ein doppelter Espresso oder starker Kaffee mit einem Spritzer Zitronensaft hat schon manchen Kopfschmerz vertrieben. Koffein beeinflusst die Gefäßspannung günstig und damit die Durchblutung. Zitrone hilft, die in den Kopf steigende Energie wieder herunterzuziehen. Das Rezept eignet sich jedoch am besten für Menschen, die Kaffee nur gelegentlich oder in kleinen Mengen zu trinken pflegen.
10. Überprüfen und korrigieren Sie gegebenenfalls Ihre Körperhaltung während des ganzen Tages.
Lassen Sie Ihre Schultern hängen, statt sie hoch zu ziehen. Man könnte auch sagen: Ziehen Sie den Kopf nicht ein. Und entspannen Sie Ihre Augen, indem Sie von Ihrer Arbeit aufschauen und den Blick 2 Minuten im Raum und nach draußen sanft schweifen lassen, wobei Sie Ihren Kopf leicht bewegen. Das alles sorgt dafür, dass die enge Verbindung zwischen Körper und Kopf geschmeidig bleibt und einen angemessenen Austausch zwischen Ihrem Kopf und Körper ermöglicht.
11. Lernen Sie, ihre ganz persönlichen Stressfaktoren zu erkennen und diesen gezielt entgegenzuwirken.
Stress ist etwas subjektives. Sie erleben Situationen möglicherweise als belastend, während jemand anderes in solchen Situationen erst richtig aufblüht. Entscheidend ist, wie Sie persönlich mit der Stress-Situation so umgehen können, dass Sie nicht zu Kopfschmerzen führt.
12. Spannungskopfschmerz kann als typischer Bürokopfschmerz bezeichnet werden. Überprüfen Sie deshalb die Bildqualität und den Standort Ihres Monitors. Setzen Sie sich in eine solche Position, in der Ihre Schultern entweder hängen oder Ihre Arme aufgestützt werden. Überprüfen Sie gegebenenfalls die Einstellung Ihrer Klimaanlagen. Setzen Sie sich nicht in den „Zug“ (zwischen Türe und Fenster).


